zur ersten Doppelrunde der Schach-Oberliga empfing der NSV die beiden Dresdner Teams von SG Grün-Weiß und die Reserve von USV TU im Saal der Albert-Schweitzer-Schule.
Für den Samstagskampf hatte man sich gut vorbereitet und die Naumburger konnten auch erstmal gegenhalten.

Den ersten halben Zähler holte Bernd Rößler nach solider Partie und Generalabtausch nach 1,5 Stunden. Bei Matthias Will stand eine messerscharfe Eröffnungsvariante mit offenen Königen zur Debatte, in welcher der Domstädter kühlen Kopf bewahren mußte, um etwa das Gleichgewicht zu halten. Doch als die Damen getauscht wurden, "strickten" 2 Türme und ein Springer plötzlich ein schönes Mattnetz, aus dem sich sein Kontrahent nur noch mit einem Dauerschach rettete. Die späteren Analysen ergaben allerdings, daß dieselbe Mattdrohung mit dem anderen Turm den Sieg gebracht hätte! Wenig später nach 2,5 Stunden nahm Samuel Gering in aktiver Stellung, aber knapper Zeitnot, ein weiteres Remis an. So stand es 1,5:1,5, doch die anderen Partien neigten sich jetzt immer mehr zu Gunsten der Gäste! Zuerst unterlag Florian Wendling nach 3 Stunden, als sein Gegenüber den Vorteil am Königsflügel sicher verwertete. Sebastian Schmidt-Schäffer hatte einen Hauch mehr Aktivität im Turm-Läufer-Endspiel, jedoch reichte das nach knapp 4 Stunden nur zu einem weiteren Unendschieden. Julius Heinrich spielte diesmal einen "Stonewall", welcher jedoch von FM Daniel Siedentopf durch einen Bauerndurchbruch im Zentrum erfolgreich bekämpft wurde. Etwa zur selben Zeit mußte auch Jens-Frieder Mükke sein Endspiel mit Minusbauern aufgeben, nachdem er aus der Eröffnung heraus in die Passivität gedrückt wurde. So war der Kampf nach 4 Stunden mit 2:5 bereits entschieden. Jens Härtig verteidigte sich nun noch weitere 2 Stunden mit der Materialverteilung Läuferpaar gegen Turm und 3 Bauern, was letztlich im Dauerschach endetet.
So verlieren die Domstädter gegen eine geschlossen starke Mannschaft "standesgemäß" mit 2,5:5,5.

Für Sonntag hatten sich die NSV-Akteure dann deutlich mehr vorgenommen! Gegen die Reserve von USV TU hatte man letzte Saison ein Unendschieden erkämpft und zudem reisten die Elbestädter dieses Jahr praktisch mit ihrem "letztem Aufgebot" an die Saale. Diese Favoritenrolle schien das Spiel der NSV-Akteure an diesem Tag aber irgendwie eher zu lähmen! Demgegenüber nutzen die sympatischen Gäste jede sich bietende Chance und spielten groß auf! Doch der Reihe nach. Die erste Partie endete nach etwas mehr als 2 Stunden bei Matthias Will und seinem 12jähriger Gegner in zwei ziemlich verkeilten Bauernketten, bei dem das Remis folgerichtig war. Wenig später verspielte Youngster Julius Heinrich seine deutlich besserer Stellung in einer Figuren-Abwicklung, die ebenfalls im Unendschieden mündete. Nach 2,5 Stunden mußte Florian Wendling nun seinem Gegner gratulieren, da nach einem Springeropfer auf f7 sein König in die Schußlinien geriet. Jetzt mußten die Domstädter an einigen Brettern, wenn möglich das Risiko erhöhen, was aber teilweise "voll nach hinten" losging! Zuerst hatte jedoch Jens Härtig nach etwas mehr als 3 Stunden keine Ideen mehr, die robuste Verteidung seines Gegenübers zu erschüttern und nahm das Remis an. Als zur selben Zeit Samuel Gerings Angriff am Damenflügel zum Stehen kam und sein belgischer Gegner ebenfalls den "wunden Punkt" f7 gewinnbringend attackierte, lagen die NSV-Akteure schon mit 1,5:3,5 zurück! Ersatzmann Armin Mikolajewski hatte auch keinen guten Tag erwischt, denn er sah sich schon aus der Eröffnung heraus einem starken Bauernzentrum mit aktiven Figurenspiel ausgesetzt. Sein junger Gegner ließ sich diesen Vorteil nicht mehr aus der Hand nehmen und gewann mit zwei Mehrbauern die Partie sicher im Endspiel. Am Spitzenbrett gab es immerhin eine starke Partie von Sebastian Schmidt-Schäffer zu sehen! Er hatte seinen Kontrahenten durch einen gedeckten Freibauern am Rande einer Niederlage. Doch dieser opferte nun seinerseits eine Figur, um den Naumburger noch ins Dauerschach zu manövrieren. Aufgrund des Spielstandes ging Schmidt-Schäffer jetzt für die Mannschaft volles Risiko und ließ sich in Zeitnot auf eine schwer zu berechnende Königsjagd über das ganze Brett ein! Diese führte letztlich in ein (Selbst)-Matt, was aber irgendwie zum Spieltag paßte! Kurze Zeit später einigte sich dann Jens-Frieder Mükke mit seinem Gegenüber auf Remis, nachdem er in leicht vorteilhafter Position die Stellung nicht aufbrechen konnte.
Abermals verdient, aber diesmal mit 2:6 etwas zu hoch, verlieren die Domstädter somit an einem enttäuschendem Wochenende! Durch diese definitiv nicht oberligataugliche Mannschaftsleistung ohne eine einzige Gewinnpartie befindet sich der Naumburger SV schon nach 3 Runden in "schwerem Fahrwasser"! Zum kommenden Kampf gegen TuS Coswig werden sich die Domstädter deutlich steigern müssen, um im Abstiegskampf zu punkten.

Brett-Ergebnisse Samstag (SG Grün-Weiß Dresden - Naumburger SV):
1.Brett: FM Paul Zwahr (DWZ 2287) - Sebastian Schmidt-Schäffer (2342) Remis
2.Brett: FM Daniel Siedentopf (2236) - Julius Heinrich (2148) 1:0
3.Brett: Marcel Gehmlich (2169) - Samuel Gering (2086) Remis
4.Brett: Ekkehard Schnoor (2152) - Jens Härtig (2099) Remis
5.Brett: Rene Zimmermann (2139) - Florian Wendling (1989) 1:0
6.Brett: Oliver Hutsch (2128) - Jens-Frieder Mükke (2011) 1:0
7.Brett: Matthias Rudolf (2045) - Bernd Rößler (2001) Remis
8.Brett: Daniel Butscher (2035) - Matthias Will (1943) Remis

Brett-Ergebnisse Sonntag (Naumburger SV - USV TU Dresden II)
1.Brett: Sebastian Schmidt-Schäffer (2342) - FM Dirk Wegener (2343) 0:1
2.Brett: Julius Heinrich (2148) - Gunter Ader (2000) Remis
3.Brett: Samuel Gering (2086) - Nicolaas Verhulst (2070) 0:1
4.Brett: Jens Härtig (2099) - Guntram Ledfuß (1991) Remis
5.Brett: Florian Wendling (1989) - Adam Schmalhofer (1954) 0:1
6.Brett: Jens-Frieder Mükke (2011) - Claudius Richter (2040) Remis
7.Brett: Matthias Will (1943) - Ruben Lutz (1985) Remis
8.Brett: Armin Mikolajewski (1905) - Philipp Richter (1892) 0:1

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